Verlassen Sie Ihr Haus, aber nehmen Sie Ihre Medien mit

Nutzen Sie Ihre Mediendateien über Remotemedienstreaming auch unterwegs

Von Drew Williams

Seit ich zum ersten Mal eine CD kopiert habe, wird die von Computer zu Computer weitergereichte Medienbibliothek auf meinem Heim-PC immer umfangreicher. Sie besteht vor allem aus Fernsehsendungen, die ich mir irgendwann mal ansehen wollte, Liedern, die nicht mehr auf meinen MP3-Player passen, und Tausenden von Fotos und Videos meiner Verwandten.

Es sind lauter tolle Sachen, die ich gespeichert habe. Die meisten Dateien befinden sich jedoch auf der Festplatte meines Heim-PCs und bleiben weitgehend ungenutzt. Ich hatte nicht die Zeit für eine detaillierte Verwaltung meiner Videos und Musiktitel auf anderen Geräten, und ich wollte meine Mediendateien auch nicht auf einer externen Festplatte mit mir herumtragen. Mein Rucksack ist schon schwer genug.

Es sah so aus, als würde meine Faulheit den Musikgenuss verhindern. Aber dann kam, wie schon häufiger zuvor, das Internet zur Rettung. Nachdem ich Windows 7 auf meinem Heimcomputer und meinem Laptop installiert hatte, konnte ich mit der neuen Funktion Remotemedienstreaming meine gesamten Mediendateien auch unterwegs nutzen.

Zwei Computer, ein Medienerlebnis

Möglicherweise kennen Sie das Medienstreaming schon aus dem Internet von Websites, auf denen Musik und Videos bereitgestellt werden. Remotemedienstreaming ist anders. Es wird eine private, sichere Internetverbindung mit Ihrem Heim-PC hergestellt, sodass Sie mit Windows Media Player direkt auf Ihre Videos, Bilder, Musikdateien und aufgezeichneten Fernsehsendungen zugreifen können.

Laptop, der über Remotemedienststreaming auf die Medien eines Heimcomputer zugreiftLaptop, der über Remotemedienststreaming auf die Medien eines Heimcomputers zugreift

Sie müssen Remotemedienststreaming auf Ihrem Heimcomputer und dem Computer, auf dem Sie Ihre Mediendateien abspielen möchten, einrichten. Nach dieser einmaligen Einrichtung müssen Sie nur noch eine Verbindung mit dem Internet herstellen und den Player öffnen. Nun können Sie Ihre Medien genießen.

Ich wollte Remotestreaming auf dem PC, der in meinem Keller steht, und auf meinem 3-kg-Laptop für unterwegs einrichten.

Ich habe auf dem Computer im Keller begonnen, der eindeutig nicht als tragbarer Mediencomputer (mit einer 500-GB-Festplatte) geeignet und an mein Fernsehgerät angeschlossen ist.

Erster Schritt: Verbinden der PCs

Ich habe Windows Media Player geöffnet und auf das Menü Streamen oben links im Player geklickt. Mit dem ersten Element im Menü, Internetzugriff auf Heimmedien zulassen, wird ein Dialogfeld geöffnet, das u. a. die Optionen Online-ID verknüpfen und Internetzugriff auf Heimmedien zulassen beinhaltet. Wie Sie vermutlich auch, verfügte ich nicht über eine verknüpfte Online-ID. Also habe ich über den Link rasch eine abgerufen.

Dialogfeld für den Zugriff auf Heimmedien über das InternetDialogfeld für den Zugriff auf Heimmedien über das Internet

Eine verknüpfte Online-ID ist wie ein geheimes Decodierkennzeichen, das eine Online-ID (beispielsweise ein Windows Live -Konto) mit einem Windows-Benutzerkonto verknüpft. Ihr Heimcomputer gewährt so einem Remotecomputer Zugriff, der über dieselbe Online-ID verfügt. Um die Verknüpfung auf meinem Heim-PC zu ermöglichen, musste ich einen Online-ID-Anbieter installieren, indem ich auf den Link Online-ID-Anbieter hinzufügen geklickt habe.

Über den Link bin ich auf eine Webseite mit einer Liste der verfügbaren Online-ID-Anbieter gelangt. Ich habe Windows Live ausgewählt, auf den Link zum Herunterladen des Anbieters geklickt und den Setup-Assistenten abgeschlossen. Dann bin ich zu den Benutzerkonten zurückgekehrt. Dort fand ich eine Ergänzung: einen Windows Live-Eintrag mit dem Link Online-ID verknüpfen.

Da ich durch mein Hotmail-Konto bereits eine Windows Live ID besaß, konnte ich auf den Link klicken und dann meine E-Mail-Adresse und das Kennwort eingeben. Wenn Sie noch keine Windows Live ID oder eine andere unterstützte Online-ID besitzen, können Sie sich in wenigen Minuten für eine ID registrieren. Nachdem ich die Angaben zu meiner Online-ID eingegeben hatte, wurde sie in "Benutzerkonten" neben dem ID-Anbieter angezeigt. Ich habe auf OK geklickt, und das Dialogfeld für den Zugriff auf Heimmedien über das Internet wurde angezeigt.

Zweiter Schritt: Streamen der Mediendateien

Mit einer verknüpften Online-ID war das Aktivieren des Remotemedienstreamings ein Kinderspiel: Ich habe auf Internetzugriff auf Heimmedien zulassen geklickt, und schon konnte es losgehen (zumindest auf einem Computer). Ich habe das Setup auf meinem Laptop wiederholt (natürlich mit derselben Online-ID), und nun konnte ich meine private Medienbibliothek streamen.

Ich bin mit meinem Laptop in ein Café mit kostenlosem WiFi gegangen. Da ich in einem öffentlichen, nicht sicheren Netzwerk war und dies beim Herstellen der Verbindung auch so angegeben habe, konnte ich Streams nur empfangen, nicht jedoch senden. Das war für mich in Ordnung, da ich ja nur meine Heimmedien nutzen wollte.

Ich hatte sogar schon Mediendateien auf meinem Laptop gelöscht, um auf der Festplatte Platz für geschäftliche Dokumente zu schaffen. In Windows Media Player herrschte beim ersten Öffnen eine digitale Leere. Es gab nur einen Eintrag unter Andere Bibliotheken: meine Medienbibliothek zu Hause. Ich habe auf den Pfeil nach unten neben der Bibliothek geklickt, um die Medienkategorien anzuzeigen, und dann habe ich auf Musik geklickt.

Sofort wurde der Detailbereich in der Mitte des Players mit Tausenden von Musiktiteln gefüllt. Jeder Musiktitel, den ich seit 1999 von einer CD kopiert oder heruntergeladen hatte, war verfügbar. Durch Klicken auf TV-Aufzeichnungen wurden mir alle Sendungen angezeigt, die ich mit Windows Media Center aufgezeichnet habe. Es war, als würde ich in meinem Keller neben meinem riesigen PC sitzen, nur hatte ich mehr Licht und einen besseren Kaffee.

Manchmal gab es nach einem Doppelklick auf eine Fernsehsendung eine Verzögerung von wenigen Sekunden, aber das ist nur ein kleiner Nachteil in Anbetracht der Tatsache, dass die Sendung zwischen Servern, Modems und Routern übertragen wurde, um auf meinen Laptop zu gelangen. Die Bildqualität ist auf meinem 14-Zoll-Bildschirm hervorragend, und ich konnte eine halbstündige Sendung mit nur sehr wenigen Unterbrechungen im Stream ansehen. Meine Musik wurde störungsfrei wiedergegeben.

Seit meiner ersten Remotestreamingsitzung habe ich meine heimische Medienbibliothek häufig auf Flughäfen, in Bibliotheken und sogar auf der Straße an kostenlosen WiFi-Hotspots in Seattle geöffnet. Es ist noch immer aufregend, auf einem Laptop mit einer 80-GB-Festplatte aus mehr als 300 GB an Musikdateien, Videos und Bildern zu wählen. Meine Medienbibliothek hat die Kellermauern überwunden und begleitet mich jetzt überall hin.

Informationen zum Autor

Kolumnist Drew Williams

Drew Williams ist Autor im Windows-Team bei Microsoft. Bevor er zu Microsoft kam, schrieb er über Videospiele, Flugzeuge, Verbrechen und Giftmüll (wenn auch nicht immer zur gleichen Zeit). Seine Hobbys sind seine Kinder, Gartenarbeit und Relaxen.



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