Das Streben nach der perfekten Leistung

Erzielen von Höchstbewertungen beim Windows-Leistungsindex

Von John Swenson

Sie möchten also einen schnellen Computer? Soll er bloß schnell genug sein, um Windows Vista und alle Programme reibungslos auszuführen, oder möchten Sie lieber einen Supercomputer, der alle noch so komplexen Aufgaben erledigen kann? Wenn Sie sich nach einem Computer sehnen, der schnell genug ist, um HDV-Bearbeitung (High Definition Video) und die aktuellen ultrarealistischen Spiele mühelos zu meistern, ist es an der Zeit, auf die Windows-Leistungsindexbewertung zu achten.

Es war immer schwierig, die Geschwindigkeit eines Computers exakt zu bestimmen und diese mit anderen Computern zu vergleichen. Natürlich können Sie die Hardwarekomponenten des Computers untersuchen, aber das ist kompliziert. Zudem ist es auch schwierig, die verschiedenen Hardwaremarken miteinander zu vergleichen. Es gibt zwar verschiedene Geschwindigkeitsbenchmarks, aber es ist nicht immer eindeutig definiert, was diese bedeuten oder wie Sie die Geschwindigkeit des Computers anhand dieser Benchmarks messen können.

Dies ist eine schwierige Situation für alle Poweruser, die sich mit anderen messen möchten. Wie können Sie vor Freunden damit angeben, dass ihr Computer schneller ist der ihrer Freunde? Nun, Windows Vista bietet eine neue Möglichkeit zum Leistungsvergleich. Sie müssen einfach nur Ihre Windows-Leistungsindexbewertung prüfen. Die Leistung Ihres Computers wird anhand der Hardwarekomponenten analysiert, und das Ergebnis ist eine einzige Zahl.

Zahlen sind Schall und Rauch

Beim Ermitteln des Leistungsindex des Computers werden fünf wichtige Komponenten bewertet, und jede dieser Komponenten erhält eine Teilbewertung in Form einer Zahl. Die Gesamtbewertung ist jedoch nur so gut wie die Teilbewertung der Komponente mit der schlechtesten Leistung. Nur die Gesamtbewertung zählt. (Einen Überblick über den Index erhalten Sie unter Was ist der Windows-Leistungsindex?)

Beim Wetteifern um den schnellsten Computer setzen einige Poweruser alles daran, eine perfekte Windows-Leistungsindexbewertung zu erzielen. Viele Spielbegeisterte oder Computerfreaks sind bereit, 400 Euro oder mehr für die aktuellste 3D-Grafikkarte auszugeben, oder verwenden sogar zwei Grafikkarten im Tandembetrieb. Einige unter ihnen installieren Arbeitsspeicher im zweistelligen Gigabytebereich, verwenden Festplatten mit einer Speicherkapazität von mehreren Terabytes und wählen jede Einzelkomponente ihrer Highendcomputer sorgfältig aus. Sie betreiben all diesen Aufwand für das schwer zu erreichende Ziel, eine Windows-Leistungsindexbewertung von 5,9 zu erzielen.

Warten Sie einen Augenblick – wieso 5,9? Im Gizmodo.com-Forum schrieb jemand: "Welches Marketinggenie hat sich die Bewertung 5,9 ausgedacht?" Die Technikexperten im Windows-Team, die dieses neue Tool zum Messen der Computergeschwindigkeit entwickelt haben, legten eine Bewertungsskala von 1 bis 5,9 fest. Nicht von 1 bis 10, wie Sie vielleicht vermutet haben.

Wieso wird so ein merkwürdiger Zahlenbereich verwendet? Der Index ist dafür ausgelegt, sich im Laufe der Zeit weiterzuentwickeln. Das Windows-Team geht davon aus, dass die maximale Bewertung irgendwann in den nächsten 12 bis 18 Monaten auf 6,9 und später dann sogar auf 7,9 oder darüber angehoben wird. Vielleicht wird der Index sogar irgendwann bis auf 10 (oder 9,9) ansteigen. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Bewertungen im unteren Bereich der Skala. Bei einem Computer mit der Bewertung 2,8 ändert sich dieser Wert nicht, es sei denn, er wird mit neuen Hardwarekomponenten aktualisiert.

Perfekter Windows-Leistungsindex von 5.9Dieser nicht manipulierte Screenshot des Windows-Leistungsindex zeigt, dass es möglich ist, eine perfekte Gesamtbewertung von 5,9 zu erzielen

Ist der Leistungsindex aussagekräftig?

Computeranwender mit sehr technischen Hintergrund sind meistens ziemlich skeptisch, wenn es um das Beurteilen einer neuen Technologie geht. Nicht alle sind davon überzeugt, dass der Windows-Leistungsindex aussagekräftig ist. "Was für eine tolle Möglichkeit für Computerfreaks, um die höchste Bewertung zu kämpfen", schrieb jemand in einem ZDNet.com-Forum. "Ich bezweifle, dass es eine sinnvolle Bewertungsmethode gibt, die den subjektiven Geschwindigkeitseindruck ersetzen kann, den ich beim Arbeiten mit einem bestimmten Computer habe. Es geht hierbei vermutlich nur um das reine Wetteifern."

Nun ja, für einige ist das Wetteifern wichtig. Warum sonst haben wohl 1.500 Leute in den ersten fünf Monaten nach der Einführung der Website ShareYourScore.com (möglicherweise in englischer Sprache) ihre Windows-Leistungsindexbewertungen auf dieser Website veröffentlicht? Aber dies ist wohl kaum der einzige Grund, um eine gute Leistungsindexbewertung zu erzielen. Jeder Computer, der auch nur annähernd eine Bewertung von 5,9 erzielt, kann bei höchsten Auflösungen die komplexeste Spiele verarbeiten, dutzende speicherhungrige Programme gleichzeitig ausführen und die komplexesten Aufgaben bewältigen.

Auf der Website ShareYourScore.com können Computernutzer ihre Leistungsindexbewertungen miteinander vergleichen und Informationen darüber austauschen, wie sie diese Bewertung erzielt haben. Weniger als 1 % der ersten 1.500 teilnehmenden Benutzer haben eine Bewertung von 5,9 erzielt. 5 % haben eine Bewertung von 5,5 oder höher erzielt. Die durchschnittliche Leistungsindexbewertung war ein bescheidener Wert von 3,9. (Ich gestehe: Ich habe auf meinem neuen privaten PC nur eine Bewertung von 4,4 und auf meinem Arbeitscomputer nur eine Bewertung von 3,5 erzielt.)

Sander Gerz, ein Softwareentwickler aus den Niederlanden, ist der geistige Vater von ShareYourScore.com. Er hat erkannt, dass es ein Bedürfnis nach einem Ort zum Vergleichen von Hardware- und Leistungindexbewertungen gibt. Gerz zählt nicht zu der Elitegruppe, die eine Spitzenbewertung von 5,9 erzielt hat. Er hat es nicht einmal unter die besten 5 % geschafft. Tatsächlich musste er mit Bestürzung feststellen, dass der erste von ihm gebaute Windows Vista-basierte Computer nur eine Bewertung von 3,4 erzielte. Da der Computer unter einer früheren Betaversion von Windows Vista ausgeführt wurde und eher auf lautlosen Betrieb als auf Geschwindigkeit ausgelegt war, war die Enttäuschung nicht ganz so groß. Aber zu diesem Zeitpunkt wusste er nicht, ob die Leistungsindexbewertung gut oder schlecht war.

"Ich war neugierig zu sehen, wie andere Systeme abschnitten", schrieb Gerz, der auch die devtips.net-Website (in niederländischer Sprache) für Programmierer betreibt. Er hat festgestellt, dass viele Leute in verschiedenen Onlineforen über ihre Bewertungen diskutierten und Screenshots ihrer Bewertungen austauschten. Er dachte, dass es eine bessere Möglichkeit zum Vergleichen geben müsste. Also hat er ShareYourScore.com in Angriff genommen.

Die Website verzeichnet täglich mehr als 1.500 Besucher und ist erfolgreicher, als er sich vorstellen konnte. "Die Leute lieben es richtig, mit ihren Bewertungen zu prahlen", so Gerz.

Keine Obergrenze für Ausgaben

Microsoft definiert Computer mit einer Leistungsindexbewertung von 5,0 oder höher als "die Spitzenprodukte auf dem Computermarkt". Aber für einige Enthusiasten, die versuchen, den ultimativen Computer zu bauen, scheint 5,0 nur der Mindeststandard zu sein. Dies verärgert wiederum andere Leute.

"Man sollte es Microsoft überlassen, alles zu quantifizieren", schrieb ein Softwareentwickler, der mit seinem sieben Jahre alten Computer, der früher zu den Spitzencomputern zählte, eine Bewertung von 1,0 erzielte. "Früher war es mehr ein emotionales Erlebnis. Man hörte dieses sanfte Schnurren eines Netzteillüfters und nahm den Duft von Plastik wahr. Dies gehört der Vergangenheit an. Mein Windows-Erlebnis ist jetzt eine kalte, berechnete Zahl."

Eine der Personen, die diese begehrte Zahl von 5,9 erreicht haben, ist Logan Greenlee. Greenlee ist Technologieberater aus Boston, USA, der seinen Computer der Spitzenklasse selbst zusammengestellt hat. Er behauptet, dass eine solche Topbewertung in erster Linie eine sorgfältige Planung und die Bereitschaft zum Geld ausgeben voraussetzt.

"Das Verwenden von Spitzenprodukten wirkt sich sicherlich auf die (Gesamt-) Bewertung aus", so Greenlee. "Sie müssen für jedes Untersystem die besten Komponenten auswählen." Greenlee ist der Ansicht, dass mit den richtigen Komponenten ein 5,9-Computer für ca. 2.500 US-Dollar (ca. 1.850 Euro) gebaut werden kann. Allerdings kann es auch erheblich teurer werden, insbesondere wenn Sie den Computer nicht selbst zusammenbauen.

"Es gibt keine echte Obergrenze", fügt Gerz hinzu. Häufig ist die Gaming-Leidenschaft der Grund dafür, warum Personen unbedingt den schnellst möglichen Computer besitzen möchten. "Um die neuesten Spiele spielen zu können, ist die aktuellste Hardware erforderlich. Die Grafikkarte ist besonders wichtig. Sie ist oft die teuerste Komponente des Computers."

Wie lauten die Anforderungen?

Welche Monsterhardware ist erforderlich, um eine Bewertung von 5,9 zu erzielen? Die meisten Computer erzielen einen schlechten Wert bei der Gaminggrafik-Teilbewertung. Beim Schreiben dieses Artikels verwendeten laut Angaben unter ShareYourScore.com alle neun Personen, die eine Bewertung von 5,9 erzielt hatten, eine Grafikkarte der Spitzenklassen von ATI oder NVIDIA mit mindestens 512 Megabytes (MB) Grafikspeicher. Viele verwendeten eine Hauptplatine, an die Sie zwei Grafikkarten gleichzeitig anschließen und somit die Fähigkeit des Computers zum Verarbeiten von 3D-Grafiken verdoppeln konnten.

Zudem wurden u. a. folgende Komponenten von den Personen verwendet, die eine Bewertung von 5,9 angegeben haben:

  • Aktuelle Zweikernprozessoren (Dual-Core) von AMD oder Intel bzw. Intel Xeon-Highend-Vierkernprozessoren (Quad-Core).

  • Mindestens 2 GB Arbeitsspeicher, meistens 6 GB oder mehr. Keinen günstigen Arbeitsspeicher, sondern die teureren Typen und Marken.

  • Zwei Festplatten in einem technisch ausgereiften RAID-Array mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 10.000 U/min, anstatt herkömmlicher Festplatten mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 7.200 U/min.

Je mehr Leute ihre Leistungsindexbewertung auf ShareYourScore.com veröffentlichen, desto kleiner (nicht größer) wird der Anteil der Personen mit einer Bewertung von 5,9. Dies zeigt, wie schwierig es ist, eine Höchstbewertung zu erzielen. Weitere Informationen zur Bedeutung und Einschätzung der Bewertung (in der Annahme, es ist keine Höchstbewertung) finden Sie unter Verstehen und Verbessern der Computerleistung unter Windows Vista.

Welche Komponenten sind erforderlich, um einen Computer mit einer Bewertung von 5,9 zu bauen?

Sie können eine Vielzahl verschiedener Hardwarekomponenten verwenden, um einen Computer mit einer Höchstbewertung von 5,9 zu bauen. In der folgenden Tabelle werden die Komponenten angezeigt, die Logan Greenlee für seinen 5,9-Computer verwendet hat.

Hardwarekomponente

Details

Prozessoren

Zwei AMD Athlon FX-70-Dualkernprozessoren (2,6 GHz)

Arbeitsspeicher

4 GB RAM (Ballistix Tracer RAM von Crucial Technology)

Grafik

Zwei NVIDIA XFX 8800 GTX-Grafikkarten im Tandembetrieb (768 MB Grafikspeicher pro Karte)

Festplatten

Zwei 150 GB Western Digital Raptor-Festplatten mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 10.000 U/min in einer RAID-0-Konfiguration

Hauptplatine

ASUS L1N64-WS SLI

Netzteil

Thermaltake Truepower 750 Watt

Monitor

Samsung 244T 24-Zoll-Breitbildformat

Eine nette kleine Zahl

Für Hardcore-Computerfreaks ist der Windows-Leistungsindex nur eine von vielen Möglichkeiten zur Leistungsmessung. Sie interessieren sich ggf. auch für die Benmarktests wie SysMark und 3DMark, die von einigen Zeitschriften zum Messen der Computergeschwindigkeiten verwendet werden, und testen, wie viele Frames pro Sekunde ihr Computer bei sehr komplexen Spielen meistern kann. Aber einer der Vorteile des Index ist seine Einfachheit.

"Ich gehe davon aus, dass die meisten Ersteller von Highendcomputern nicht nur einen einzigen Test heranziehen werden, um die Leistung abschließend zu bestimmen", so Greenlee. "Ich muss allerdings zugeben, dass es seinen Vorteil hat, die Systemleistung auf eine einzige kleine Zahl zu reduzieren."

Informationen zum Autor

Kolumnist John Swenson

John Swenson ist Autor beim Windows-Benutzerunterstützungsteam bei Microsoft. Während seiner neunjährigen Tätigkeit bei Microsoft hat er die vielfältigsten Aufgaben übernommen, angefangen beim Schreiben von MSDN-Artikel für Entwickler bis hin zum Befragen von technischen Führungskräften im Unternehmen. Vor dieser Zeit hat er für Zeitungen und Fachzeitschriften als Reporter für den Bereich Wirtschaft und Technologie gearbeitet.

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